My home is my castle
Belagerungstechniken im historischen Japan 25.000 kleinere und größere Burgen soll es in der Blütezeit der Festungsbaukunst im 16. und 17. Jhdt. in ganz Japan gegeben haben. Provinziale Fehden und ein ewiger innerpolitischer Kleinkrieg ließ immer neue Bauwerke entstehen, alte aufrüsten oder nach vorangegangenen Kämpfen wieder erneut errichten. Die Bushi verstanden sich hervorragend auf das Anlegen von Verteidigungsanlagen und überzogen das Land mit einer Vielzahl von Wach- und Prunkburgen.
Bereits seit dem 13. Jhdt befestigten die Japaner zum Schutz ihrer Provinzgrenzen strategisch wichtige Hügel oder Bergkuppen mit Palisaden und einfachen Wällen. Diese Saku genannten primitiven Holzbefestigungen dienten vor allem als vorgelagerte Waffendepots und eventuelle Rückzugsorte bei Einfällen der jeweiligen mehr oder minder feindlich gesinnten Nachbarn. Ein Wachturm und Wirtschaftshäuser erlaubten die Aufnahme von Materialien und Menschen und dienten gleichzeitig als Beobachtungspunkt für das umliegende Flachland. Und ebenso wie ihre Aufgabe im Kriegswesen noch sehr simpel war, war auch ihr Aufbau recht einfach gehalten. Von runder oder quadratischer Grundform, errichtete man auf einem leichten Erdwall (Doi) eine hölzerne Palisadenwand (Sakamogi) und umgab alles noch mit einem trockenen Graben (Hori) um ein direktes Berennen der Wälle zu verhindern. Diese ersten Burgformen hatten noch keine ausgeklügelten Verteidigungsanlagen, verschiedene Stockwerke oder Galerien und sind in ihrem Aufbau etwa mit den frühen Forts der europäischen Entdecker in Amerika zu vergleichen.
Lange Zeit spielten diese Saku keine große politische Rolle. Sie taten ihre Schuldigkeit in den einzelnen Provinzkriegen, wurden niedergerannt, wieder aufgebaut und galten im Endeffekt nicht mehr als befestigte Lager.
Im 14. Jhdt, in den Sengoku-Kriegen teilte sich das Land jedoch in verschiedene alliierte Parteien. Die einzelnen mächtigen Fürstenhäuser verbündeten sich im Kampf um die rechtmäßige Erbfolge des Kaisers und ihre eigene Stellung innerhalb der politischen Hackordnung. Massenweise wurden die Saku umkämpft in die sich angeschlagene Truppen zurückgezogen hatten und vielfach konnten diese einfachen Palisaden-Befestigungen einer massiven Belagerung nicht standhalten So begriff man schnell den Wert einer festen, geschützten Anlage als Fluchtburg, in der genügend Proviant, Wasser und Nachschub an Waffen gelagert werden konnte und der einer längeren Belagerung auch mit einer kleineren Besatzung längere Zeit widerstand.
Die ehemaligen Saku wurden in den kommenden Jahrhunderten zu großen Festungen (Shiro) ausgebaut und es entstand ein weitverzweigtes Netz von territorial abhängigen Burgen zur Absicherung der einzelnen Provinzgrenzen. Diese große Anzahl von Befestigungen ist ein deutliches Zeichen für die politische und militärische Schwäche der herrschenden Zentralgewalt, des Tenno (Kaisers) und des Shogun (oberster militärischer Herrscher). Obwohl jeder der einzelnen Fürsten (Daimyo) ein direkter Untergebener, wörtlich genommen sogar nur Verwalter, des Kaisers über die ihm unterstellte Provinz war, hielten sie die eigentliche Macht des Landes in ihren Händen. Sie nutzten die wirtschaftlichen Ressourcen ihres Gebietes und verteidigten es verbissen gegen jede fremde Einmischung. Dafür boten Burgen einen guten Ausgangspunkt. Neue Festungen schossen wie Pilze aus dem Boden und innerhalb von 250 Jahren waren aus den einfachen Palisadenforts schwer einnehmbare Bastionen geworden. Jede nur mögliche, strategisch wichtige Stelle wurde ausgebaut, jede örtlich vorteilhafte Begebenheit ausgenutzt. Sogar buddhistische Klöster mußten weichen um zu einer Burg umgebaut zu werden. Die Feste Kasagi ist hier als eines der vielen Beispiele zu nennen. Doch die veränderte Kriegsführung während der Muromachiepoche brachte zwangsläufig auch eine Verlagerung des Festungswesens mit sich. Die bis dahin bestehden Bergburgen (Yamajiro) wurden durch im Flachland angelegte Befestigungen (Hirayamajiro) ergänzt. Dazu nutzte man einzel stehende Hügelkuppen oder erschuf durch einen breiten Steinwall eine künstliche Erhebung. Diese neuen Burgen waren um ein vielfaches komplexer als die alten Forts angelegt. Der Grundcharakter der neuen Burg entsprach dem Mehrhof-System, das heißt innerhalb eines abgeschlossenen Bauwerkes bestanden einzeln abriegelbare Höfe (Kuriwa) welche separat verteidigt werden konnten. Am gebräuchlichsten war das 3-Hof-System. Über das befestigte Haupttor (Koraimon) gelangte man zuerst in den äußersten 3. Hof (San no maru), von dort in den 2. (Ni no maru) ehe man schließlich im Haupthof, dem Hon maru, war wo sich die einzelnen Wirtschaftsgebäude und das Herz der Festung, der 3 bis 7 stöckige Wehrturm (Tenshukaku) befand. Um eine bessere Verteidigung organisieren zu können errichtete man extra noch kleinere Ecktürme von 2 bis 3 Stockwerken (Sumi ya gura), baute Pfeilarsenale (Ya gura) aus oder erweiterte die Burg, bei entsprechender Größe und finanzieller Mitte, noch mit vorgelagerten Außenhöfen (Soto guruwa).
Diese Festungen waren schwer zu nehmende Schlüsselpunkte und das Rückrad der Verteidigung einer jeden Provinz. Von hier ließen sich Feldzüge logistisch absichern oder man zog sich bei Gefahr in sie zurück.
Erstaunlich ist, daß im Gegensatz zu Europa oder China die Burg immer nur millitärischen Zwecken diente. Sie nahm im Kriegsfalle keine Zivilisten in ihren Mauern in Schutz oder diente für die umliegenden Dörfer als Wirtschaftsspeicher. Ebenso ist es vor dem 17. Jhdt nicht üblich gewesen, abgesehen von einzelnen provinzialen Hauptstädten (Yoko machi) mit ihren Prunkburgen, daß sich im Schutz dieser Festungen Menschen ansiedelten. Gerade in Europa ein wichtiger Schritt zur Entwicklung größerer Städte.
Ebenso war es in Japan unüblich Städte mit Stadtwällen zu umgeben und so die Zivilbevölkerung gegen Überfällen und Plünderungen zu schützen, denn das System der freien Städte war im klassischen Japan unbekannt. Den einfachen Leuten blieb im Kriegsfalle meist nichts weiter übrig, als sich mit dem notwendigsten Hab und Gut in den Wäldern oder Bergen zu verstecken und auf das Ende der Kampfhandlungen zu hoffen. Durch das Fehlen dieser stadtumfassenden Wehranlagen entstanden in Japan die für die Wohnviertel der Krieger typischen Anlagen (Samurai machi). Diese bestanden aus großen 4-Seiten-Höfen, von 1000 bis 2000 m², umgeben von Mauern mit einem befestigten Torgebäude. Inliegend waren Wohngebäude und Gärten untergebracht, welche der Familie und ihren Bediensteten Lebensraum bot, quasi eine Burg im Kleinformat. Noch heute kann man diese Viertel in Städten wie Kanazawa in gut erhaltenem und rekonstruiertem Zustand besuchen.
Trotz, daß die Burgen seit dem 14. Jhdt. immer mehr zu starken Festungen ausgebaut wurden, änderte sich die Technik der Belagerung unter den Samurai kaum. Im Gegensatz zu ihren ausgefeilten und perfektionierten Schlacht- und Kampftechniken und gegenüber den hochentwickelten Belagerungstechniken ihrer unmittelbaren Nachbarn, der Chinesen und Koreaner, wirkte ihre Art erstaunlich primitiv und unterentwickelt. Obwohl sie viele militärische Einflüsse vom Festland übernahmen und ihren Gegebenheiten anpaßten ist der Gebrauch solcher weitverbreiteter Belagerungsmaschinen wie Rammböcke, Sturmtürme oder großer Katapulte weitestgehend unbeachtet geblieben. Dies schien folgende Gründe zu haben: Japanische Armeen waren auch nach der Einführung der großen Heere in der Muromachi-Zeit noch bestrebt ihre Streitkräfte flexibel und bewegungsfreundlich zu halten. Trotz Rüstung und Waffen waren selbst die gepanzerten Ritter, die adligen Krieger, noch recht leicht ausgerüstet, wenn man sie mit den schweren Panzerreitern der gleichen Zeitabschnitte in Europa vergleicht. Japanische Rüstungen bringen selten ein größeres Gewicht als 30 kg und ein Schwert wiegt nicht mehr als 1,5 kg. Das mitführen von schwerem Kriegsgerät würde eine solche Armee eher behindern, als von Vorteil zu sein. Selbst der Bau dieser Maschinen vor Ort setzte eine gewisse Logistik voraus, welche mit einem erheblich langsameren Troß transportiert werden müßte.
Eventuell erkannten sie auch die geringe Wirkung der frühen Belagerungstechniken und verzichteten so absichtlich auf deren Einsatz um den Grundcharakter ihrer Heere bei Feldzügen nicht zu beeinträchtigen. Dreh- und Angelpunkt der japanischen Kriegsführung blieb die offene Feldschlacht.
Vor der Erfindung des Schießpulvers waren Belagerungen stets langwierige und mühselige Unternehmen. Der Vorteil lag deutlich auf Seiten der Verteidiger und eine entschlossene Burgbesatzung, welche über genügend Proviant und Waffen verfügte konnte Monate in ihrer Festung verharren. Die einzigen Möglichkeiten der Überwindung waren das Abgraben der Wasserzufuhr oder gezielte Brandlegung (japanische Burgen bestanden, abgesehen von den Wehrmauern und eventuell der Basis hauptsächlich aus Holz) um den Gegner zum Aufgeben zu zwingen. Schwere Katapulte hatten nicht die Kraft und die nötige Energie um Mauern zum Einsturz zu bringen. Durch die hohe balistische Flugbahn und den indirekten Einschlagwinkel konnten sie der Außenmauer nie da gefährlich werden, wo es nötig gewesen wäre, an ihrem Fuß. Erst Kanonen konnten durch ihre flache Flugbahn die Wallbasis so beschädigen, daß eine Bresche in der Mauer entstand und der Schutt vielleicht sogar den Graben zuschüttete. Katapulte dienten eher dazu die Belagerten moralisch zu schädigen, war ihre Schadensrate doch nur sehr gering.
Die im Mittelalter üblichste Form der Belagerungstechnik war das direkte Berennen von Tor oder Mauern durch die Soldaten, welche versuchten mit Leitern in die Anlagen einzudringen und innerhalb der Festung einen Brückenkopf zu bilden. Verständlicherweise krankt diese Art der Kriegsführung unheimlich an Verlusten von Menschen und Material. Der Ablauf einer solchen Belagerung verlief im Großen und Ganzen nach folgendem einfachen Muster: Nachdem sich die Verteidiger in ihre Burg zurückgezogen hatten versuchte man sie primär von der Außenwelt abzuschneiden. Bambuszäune und verflochtene Barrieren um die Burg verhinderten Nachschublieferungen am Proviant und Mannschaften und erschwerten für die Festungsbesatzung eventuelle Ausfallversuche. Stand die Burg an einem Fluß oder Gewässer war es üblich schwere Taue zu spannen, um auch en Seeweg für Schiffe und Boote zu unterbinden. Danach konnte man nur hoffen, daß die Burg im Idealfall durch ein separates Äquadukt mit Wasser versorgt wurde. Gelang es dieses zu zerstören, waren die Chancen auf einen Sieg schon recht hoch. Verfügte die Befestigungsanlage jedoch über eigene Wasserressourcen mußte man sich auf eine lange Belagerung einstellen. Hierfür errichtete man in gleichmäßigen Abständen hohe, aber einfache Holzgestelle mit kleinen Plattformen, die die Außenmauern der Burg überragten. Diese Türme dienten vor allem als Beobachtungsposten und ermöglichten einen Überblick auf die Innenburg. Teilweise konnte man hier auch Schützen postieren, welche die Belagerten unter Beschuß nehmen konnten, im Normalfall war dies jedoch eher umgekehrt. Aus diesem Grund entwickelte der Feldherr Yamamoto Kansuke, ein General der Familie Takeda, eine rollbare Variante in Galgenform, wobei ein Späher mittels einer festen Holzkiste nach oben gezogen werden konnte und den man in einer besonders heißen Phase auch schnell wieder herablassen konnte.
Später schafften Krieger der unteren Ränge Bambuswehre und Holzschilde (Tate) bis dicht vor die feindlichen Mauern. Diese boten den angreifenden Truppen wenigstens einen gewissen Schutz vor den Pfeilen und Steinen der Verteidiger sobald sie versuchten die Wälle zu überwinden. Scharfschützen verbargen sich hinter den Schilden und nahmen die Burgbesatzung auf den Gallerien unter Beschuß. Daraufhin folgte der Sturm mit Leitern... Der Ausgang des Kampfes war daraufhin nicht selten Glück und günstige Wendung des Schicksals.
Außerdem praktizierte man das Legen von Feuern, die Unterminierung um Krieger einzuschleusen oder brach einzelne Steine aus den Mauern bis diese brachen. Ein Großteil der Burgen fiel ebenso durch Verrat. 1575 mißlang die Unterminierung der Burg Nagashino durch Takeda Katsuyori, weil die Belagerten einen Gegentunnel in die Erde trieben und das Unternehmen somit zum Einsturz brachten. Mehr Glück hatte 5 Jahre vorher Rokkaku Yoshikata, welchem es gelang bei der Belagerung der Festung Chokoji, einer Bergburg (Yamajiro), das wasserversorgende Äquadukt zertrümmern zu lassen und die Verteidiger zu einem Ausfall zu zwingen.
Erst im 16. Jhdt. sammelten die Japaner neue Erfahrungen bei der Belagerungstechnik. Besonderen Anteil daran haben die Provinzkriege der Familien Takeda und Uesugi, welche durch jahrelange Kämpfe mit wechselnden Erfolgen immer neue Methoden erprobten, die vorgelagerten Festungen der anderen Provinz zu überwinden. Ein Resultat dieser Experimente war z.B. der bereits oben erwähnte „Galgen-Spähwagen“. Doch erst die Invasion nach Korea öffnete der breiten Masse der Bushi die Augen für neue Methoden und den Umgang mit Festungen und Belagerungstechniken. Im Gegensatz zu den Japanern verfügten die Heere der verbündeten Chinesen und Koreaner schon seit Jahrhunderten über ausreichende Erfahrung im höherentwickelten Festungskampf. Und so lernten die Japaner bei Belagerungen von koreanischen Burgen die Techniken der Verteidiger im Umgang mit heißem Öl, Steinen oder der Armbrust kennen. Ein Schutz vor dieser Kampfart ließ die Samurai schnell neue Belagerungstechniken entwickeln. Und so entstand auch der Kame no kosha (Schildkrötenpanzer), ein hölzerner Wagen mit gepanzertem Dach. Hierfür trocknete man frische Tierhäute über Feuern, was diese widerstandsfähig und unheimlich hart machte. Mit diesen Häute überzog man dann das Dach des Wagen und schützte so die Insassen vor Geschossen oder heißen Flüssigkeiten, welche die Verteidiger von den Galerien auf die Angreifer schütteten. Fuhr man diesen Wagen bis an den Fuß der Mauer, waren die Krieger in der Lage aus einer geschützten Stellung heraus das Fundament des Walls anzugraben. Sobald das Bauwerk nachgab und brach konnten frische Truppen den Schildkrötenwagen quasi als eine Art Sicherheitstunnel benutzen um durch ihn und die Bresche in die Festung zu gelangen. Beim Fall der koreanischen Burg von Tong-nai setzte der japanische Feldherr Konishi Yukinaga lange Bambusgitter zur Überwindung der Mauern ein. Diese ermöglichten , im Gegensatz zu Leitern, mehreren Kriegern gleichzeitig die Überwindung der Wälle und waren durch ihr Gesamtgewicht von den Verteidigern auch nicht so schnell zu kippen. Hauptsächlich waren die japanischen Siege über koreanische Burgen jedoch der Brandlegung zuzuschreiben, was auch ihrer herkömmlichen Kampftaktik entsprach.
Da in Japan niemals Kanonen oder andere Geschütze so massiv eingesetzt wurden wie in Europa, vollzog sich auf den Inseln auch keine nennenswerte Weiterentwicklung des Festungsbauwesens nach dem 15. Jhdt, mit der Einführung des Schießpulvers in Japan. Während die europäischen Burgen breite, flache Basteien erhielten, die selbst starken Bombardements widerstanden, blieben die Japaner dabei hohe und steile Außenmauern ihrer Festungen zu errichten. Nach der reichseinigenden Schlacht von Sekigahara (1600), als sich Tokugawa Ieyasu zum neuen Shogun (alljapanischen Militärherrscher) über alle anderen Fürstenhäuser erhob und damit eine 400 jährige befriedete Epoche einläutete, traten die Festungen etwas in den Hintergrund des militärischen Interesses. Das Bestreben galt einer allgemeinen Abrüstung des Landes im innerpolitischen Bereich und eine militärische Schwächung der einzelnen Fürstenhäuser - ein Bestreben, wie es auch in Europa, z.B. Italien oder Deutschland, von vielen Zentralherrschern angeregt wurde. Auf ein Edikt des neuen Herrscherhauses Tokugawa hin mußten alle Burgen im Land, welche nicht ausdrücklich Wohnzwecken der einzelnen Adelsgeschlechter dienten, geschliffen werden. Das heißt, daß fast alle der kleineren Grenzbefestigungen diesem Befehl zum Opfer fielen. Zwar wurden an den Militärschulen noch die Kunst des Festungskrieges, das Chiko jutsu, gelehrt, der praktische Aspekt dieser Kunst entschwand jedoch zusehendst. Lediglich zwei nennenswerte Belagerungskriege fanden noch im 17. Jhdt statt. Dabei handelte es sich einmal um die Rebellion der in der Schlacht von Sekigahara unterlegenen Adelshäuser 1615 in Osaka und 1635 um den Christenaufstand in Hara/Shimabara. Übrigens die einzigen „wirklichen“ militärischen Konflikte der Tokugawa-Epoche.
Die Burgen dienten, wie bereits erwähnt, in der japanischen Neuzeit eher als Wohn- denn als Schutzburgen. Und so stattete man sie verstärkt innerlich wie äußerlich mit Zeichen von Macht und Reichtum aus. Verzierungen auf Dächern, Schnitzereien und aufwendige Intarsienarbeiten verschönerten die einst praktisch angelegten Festungen, ohne Einfluß auf ihre Wehrhaftigkeit zu nehmen. Schließlich dienten die Burgen jedoch wirklich nur noch Repräsentationszwecken, und die meisten der noch heute in Japan zu besichtigenden Anlagen sind entweder in den letzten friedlichen 400 Jahren zu ihrem heutigen Aussehen gekommen oder sie wurden größtenteils erst nach dem 2. Weltkrieg als Touristenattraktion wieder nach alten Vorbildern aufgebaut.