Kumi uchi & Ju jutsu (Teil 2)

Nahkampf-Traditionen des alten Japan

Oguri Niemon Masanobu (1582-?), Sohn des Oguri Mataichi Nobuyasu und der Gründer der Oguri Ryu lernte schon in jungen Jahren Yagyu Shinkage Ryu vom berühmten Schwertmeister Yagyu Sekishusai Muneyoshi. Nach der Schlacht von Osaka, um das Jahr 1616, ging er nach Nagasaki und entwickelte dort sein System. Eine Disziplin seiner Schule nannte er Wajutsu oder „Friedenskunst“. Diese bildete die Urawaza (innere Technik) des Systems. Die Omotewaza (äußere Technik) bestand aus dem Schwertfechten. 1623 lud Yamanouchi Tadatoya, Fürst von Tosa, Oguri Niemon ein und bat ihn darum, Oguri Ryu in Tosa zu lehren. Man vermutet, das Oguri drei Generationen der Tosa-Daimyo unterrichtete. Die Tradition wurde von Asahina Enzaemon, seinem Erben, fortgeführt. Aufgrund der engen Verbindung zum Fürstentum Tosa, wird die Oguri Ryu auch manchmal als Tosa Han Wajutsu bezeichnet.

Eine weitere Schule, welche den Begriff Wajutsu nutzte um ihre Lehren zu beschreiben, war die Horikuchi Ryu aus Yato.

Die Fukuno Ryu wurde von Fukuno Shichirouemon Masakatsu, einem Ronin aus Settsu (in der heutigen Hyogo-Präfektur), gegründet. Der herrenlose Samurai lebte zeitweise in Otsu (in der heutigen Shiga-Präfektur) und Awataguchi (heute ein Stadtteil von Kyoto), wo er seine Kunst unterrichtete. Man sagte ihm herausragende Fähigkeiten im Kumiuchi nach und später lernte er, als Schüler von Yagyu Sekishusai Muneyoshi (1529-1606), dessen Yagyu Shinkage Ryu. Zu Beginn nannte Fukuno sein System Fukuno Ryu, später dann Ryoi Shinto Ryu. Über die Gründung der Ryoi Shinto Ryu gibt es verschiedene Theorien. Man nimmt an, dass Fukuno im März des Jahres 1622 eine Schriftrolle namens „Ryoi Shinto Yawara“ verfasste und seit dieser Zeit seine Schule Ryoi Shinto Ryu nannte. Neben Miura Yojiuemon (Miura Ryu) und Isogai Jiroemon (Kanshin Ryu) unterrichtete Fukuno auch Ibaraki Matazaemon Toshifusa Sensai (Kito Ryu), Terada Heizaemon Sadayasu (Teishin Ryu) und Nagahama Nizaemon (Shinto Yawara, auch bekannt als Nagahama Ryu).

Im Jahre 1619 siedelte Chin Genpin (Ch’en Yuan Ping, 1587-1671) von China nach Japan über. In seinem Heimatland hatte er die Kampfkünste der Shaolin-Priester (jap. Shorin) ungefähr ein Jahr lang studiert. 1625, damals war er 39 Jahre alt, ging er nach Edo. Schon vorher hatte er Ishikawa Jozan kennengelernt, welcher mit Fukuno Shichirouemon Masakatsu befreundet war. 1626 stellte Ishikawa Jozan in Azabu (im heutigen Tokyo) Fukuno Chin Genpin vor. In den Jahren 1626 bis 27 lernten dann Fukuno und zwei seiner Schüler, Isogai Jiroemon und Miura Yojiuemon, chinesisches Chuang Fa (Faust-Weg) von Genpin im buddhistischen Kloster Kokushoji.

Die Beziehung zwischen Gempin und den drei Ronin wird heutzutage oft überbewertet. Die Annahme, dass Jujutsu eine chinesische Kunst sei und von Chin Gempin’s Lehren abstammt ist falsch. Historische Aufzeichnungen belegen, dass lange vor Genpin Formen des Nahkampfes in Japan existierten; außerdem hatten die drei oben erwähnten Samurai viele Jahre Erfahrungen in anderen Bujutsu-ryu gesammelt, bevor sie ihre eigenen Schulen gründeten.

Katayama Hoki Ryu (atekojiritome)

In China gab es viele hundert Stile des Kenpo, so die japanische Aussprache des chinesischen Chuang Fa. Lediglich Bruchteile diverser Schulen sind aus dem Süden Chinas nach Japan gebracht worden - keine kompletten Systeme. Meist waren diese Teilstücke jedoch nicht kompatibel zu den japanischen Bugei-ryuha (Kampfkunst-Schulen). Es wurden trotzdem einige wenige Schulen von den chinesischen Kampfkünsten beeinflusst. Besonders erwähnenswert sind hier die Koto Ryu und die Gyokko Ryu. Diese beiden Schulen nutzten jedoch nicht den Begriff Kenpo, um ihre Lehren zu beschreiben, sondern Koppojutsu. Das Wesen dieses Systems bestand in einer über das Normale hinausgehenden Kräftigung der Muskulatur durch Schlagübungen, die dadurch in eine Art Panzer verwandelt wurde. Auch hier wurden, wie in vielen andern Kumiuchi-Schulen, versteckte Waffen benutzt. Weitere Begriffe, welche im Zusammenhang mit den Koppojutsu-Schulen verwendet wurden, sind Kosshijutsu und Shitojutsu. Kosshijutsu beschreibt das Angreifen der Muskeln des Gegners, wohingegen Shitojutsu das Nutzen der Finger- und Fußspitzen zum Verletzen gegnerischen Kyusho (Vitalpunkte) bezeichnet.

Goho ist eine chinesisch beeinflusste Kampfkunst, die mit dem Koppo eng verwandt ist. Technisch gesehen stehen sich die beiden Systeme sehr nahe. Goho wurde ergänzend zu einem Nahkampf-System entwickelt, welches sich Ichi Jo Funi Ho nannte.

Auch der oft benutzte Term Shubaku (Shuhaku) ist dem Chinesischen entliehen.

Hakuda wird oftmals als „jujutsu-ähnliches“ System beschrieben. Es ist nur wenig über diese Kampfart bekannt. Lediglich in einer Kudensho (geheimen Schriftrolle) der Fudo Chishin Ryu wird das Hakuda erwähnt. Ähnlich wie im Shubaku und Kenpo wird hier verstärkt Wert auf Atemiwaza, das Schlagen und Treten auf empfindliche Körperpunkte, gelegt.

Takenaga Hayato (Jikinyu) begründete zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Yagyu Shingan Ryu. Er studierte Shingan Ryu, Shindo Ryu, Shuza Ryu und Toda Ryu, bevor er sein eigenes System gründete. Zudem lernte er auch Yagyu Shinkage Ryu und bekam die hochangesehene Gokui (Geheimnisse der Kunst) von Yagyu Muneori (1571-1646) überreicht. Außerdem erhielt er von Yagyu Jubei die Erlaubnis, den Namen Yagyu in seinem eigenen Schulnamen verwenden zu dürfen. Die Yagyu Shingan-Schule unterrichtet den bewaffneten und gerüsteten, sowie den unbewaffneten und ungerüsteten Kampf. Der Schüler lernt zuerst Suburi, Torite no Jutsu (Torikata Yawara), Totte no Jutsu, Kogusoku Totte und Gyoi Dori. Erst danach beginnt das Studium der klassischen Waffen. Laut Shimazu Kenji kann das Jujutsu der Yagyu Shingan Ryu in vier Bereiche gegliedert werden: Ippan Yawara (Bürger-Yawara), Ashigaru Yawara (Fußsoldaten-Yawara), Bushi Yawara (Krieger-Yawara) und Taisho Yawara (General-Yawara). Diese Gliederung des Curriculums bezieht sich auf die sozialen Schichten der damaligen Zeit.

Ein weiterer Begriff, der in Edo-Zeiten verwendet wurde, um den Nahkampf zu beschreiben, war Taijutsu (Körperkunst). Eine der bedeutendsten Schulen des Taijutsu war die Nagao Ryu. Sie wurde im frühen 17. Jahrhundert von Nagao Kanmotsu Tameaki gegründet. Kanmotsu war ein Meister des Schwertes und hatte Erfahrungen in der Itto Ryu und der Yagyu Shinkage Ryu gesammelt. Die Nagao Ryu lehrte ursprünglich schlachtfeldorientierte Nahkampftechniken (Kassen Kumiuchi); später jedoch, nach der Befriedung Japans, Selbstverteidigung (Goshinjutsu). Die Schüler der Nagao Ryu waren bekannt für ihre Fähigkeiten im Umgang mit den Kakushibuki. Spezialitäten dieser Schule waren Yojutsu, die Kunst mit dem Bankokuchoki/Tekkan-zu, einer besondern Form des Schlagrings, umzugehen, sowie Injutsu, die Kunst, das Tsuka Gashira (Griffende) des eigenen Schwertes gegen den Gegner einzusetzen.

Auch die Asayama Ichiden Ryu, Shindenfudo Ryu und Yagyu Shingan Ryu nutzten den Begriff Taijutsu.

Yawara war auch ein, in der Edo-Periode, oft verwendeter Term für den Nahkampf. Das Wort selbst wurde durch die Kumiuchi-Systeme der Muso Jikiden Ryu, Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu und Tsutsumi Hozan Ryu überliefert. Auch die Yagyu Shingan Ryu machte Gebrauch von diesem Begriff.

Der Begriff Jujutsu wurde das erste Mal um das Jahr 1630 benutzt, um die Lehren von Sekiguchi Ujimune Jushin zu beschreiben. Jujutsu entwickelte sich aus dem Wort Yawara (-jutsu). Eine der wohl bekanntesten Theorien über die Entstehung des Begriffes Jujutsu ist folgende: Das Schriftzeichen „ju“ ist vermutlich aus einer Passage des chinesischen Militär-Klassikers San-Lue (jap. San Ryaku) entnommen. Die Passage heißt „ju yoku sei go“ oder dem Sinne nach „das Weiche siegt über das Harte“. Daraus entstand die Idee, dass das Schwächere dem Stärkeren nicht widerstehen, sondern durch Nachgiebigkeit siegen soll.

Die Sekiguchi Shinshin Ryu, auch als Sekiguchi Ryu bekannt,  wurde in der frühen Edo-Periode von Sekiguchi Yarokuemon Ujimune Jushin (1598-1670) gegründet und von seinen Söhnen weiterentwickelt. Sie war zu Zeiten ihrer Gründung die wahrscheinlich berühmteste Kumiuchi-ryu Japans, und die Schule des Hauses Tokugawa in Kishu (heutige Wakayama-Präfektur). Heute wird die Sekiguchi Shinshin Ryu von Sekiguchi Yoshio, dem 13.Oberhaupt der Schule, vertreten. In alten Schriften der Sekiguchi-Traditon finden sich Aufzeichnungen über Katchu Kumiuchi und Kogusoku, den Nahkampf in minimaler Panzerung. Außerdem wurden spezielle Techniken gegen Angreifer gelehrt, welche mit einem Daisho (Schwertpaar) bewaffnet waren.

Sekiguchi Ryu Katchu Kumiuchi

Die Kito Midare Ryu (Midare Kito Ryu) wurde im Dezember des Jahres 1637 von Ibaragi Matazaemon Toshifusa Sensai entwickelt. Ibaragi war ein niederer Samurai und studierte die Kampfkünste unter Yagyu Muneori und Zen unter Meister Takuan. Durch seine gute Beziehung zur Yagyu-Familie lernte er Fukuno Masakatsu, den Gründer der Ryoi Shinto Ryu,  kennen. Die beiden trainierten miteinander und tauschten ihre langjährigen Erfahrungen untereinander aus. So war die Kito Midare-Schule lediglich Ibaragis Interpretation der  Ryoi Shinto Ryu. Jedoch wurden von ihm, zu den Yawara-Techniken, auch Yoroi Kumiuchi, Iaijutsu (Schwertziehen), Jinkama (Schlachtfeld-Sichel) und Bowaza (Stocktechniken) hinzugefügt. Terada Kanemon Masashige (1616-74) modifizierte das System und nannte es Kito Ryu Heiho Yoroi Kumiuchi. Seit dieser Zeit beschreibt man das System einfach mit dem Term „Kito Ryu“.

Kanemon gründete später seine eigene Schule. Er nannte sie Jikishin Ryu Judo und war vermutlich der Erste, der den Begriff Judo für die Beschreibung seines Systems wählte.

„Ju no ri“, das Prinzip der Nachgiebigkeit, wurzelt tief in dem Konzept der Geschmeidigkeit und Flexibilität. Es wurde sowohl im physikalischen wie auch im psychischen Kontext von den Bugeisha (Kampfkünstlern) verstanden. Das Nutzen von „ju“ ermöglichte dem Ausführenden in jeder Situation, körperlich und geistig, flexibel und geschmeidig zu reagieren.

Doch gab es auch einige Nahkampf-Systeme in denen dieses Prinzip weniger betont wurde als in anderen Ryuha. Betrachtenswert sind hier die Lehren von Ichikawa Mondaiyu, einem Samurai aus Kishu. Er lehrte ein System namens Kowami, welches mehr Wert auf das Überwältigen des Gegners durch bloße Körperkraft legte, als durch technische Fähigkeiten.

Nishizawa Jinzaemon, ein Meister der Muteki Ryu, hingegen betonte die Gleichgewichtung von Nachgeben und Widerstehen. Derartiges Yawara war bekannt unter dem Namen Yawara-riki (Kraft der Nachgiebigkeit).

Die Blütezeit der Jujutsu-Schulen war, wie oben schon erwähnt, die Edo-Periode (1603-1868). In dieser Zeit verlegten sich die Kämpfe vom Schlachtfeld mehr und mehr in den Bereich des Selbstschutzes und der Verteidigung von Herrn und Gut. Damit änderten sich auch die Curricula in vielerlei Hinsicht.

Neben der Kriegerkaste der Bushi würdigten vor allem die Sicherheitskräfte, die Polizei und Leibwächter die neuentwickelten Systeme. Ihre Aufgabe lag nicht im Töten des Gegners, sondern darin, ihn kampfunfähig zu machen und festzuhalten. Diese Art des Nahkampfes bezeichnete man als Taidoho, welche sich nach und nach aus den Torite (siehe Artikel 1) der Sogo Bujutsu entwickelt hatte.

Das „Bürger-Yawara“, im japanischen bekannt als Shomin Yawara oder Ippan Yawara, zählt man zur Gruppe des Heifuku Kumiuchi. Shomin Yawara wurde, wie der Name schon sagt, von und für den gemeinen Bürger entwickelt. Meist handelte es sich dabei um Leute, die nur wenig oder gar keine Erfahrung in den Kampfkünsten hatten. Da das einfache Volk keine Schwerter tragen durfte, beschäftigte man sich hauptsächlich mit dem unbewaffneten Kampf. Die Techniken waren meist defensiver Natur und dienten zur Selbstverteidigung; so wurden diese Kampfkünste auch einfach Goshinjutsu genannt. In diesen Shomin Yawara nutzte man auch manchmal sog. Shikomibuki (getarnte Waffen).

Ein weiterer wichtiger Zweig im Stammbaum der Kumiuchi-Schulen ist die bekannte Yoshin Ryu von Akiyama Shirobei Yoshitoki. Weniger bekannt hingegen ist, dass es mindestens zwei Yoshin Ryu gab. Die eine Yoshin Ryu von Akiyama und die andere von Miura Yoshin. Die letztgenannte ist die ältere von beiden und wird deshalb auch manchmal als Yoshin Koryu oder Miura Ryu bezeichnet.

Die Yoshin Ryu (Miura Yoshin) wurde im 17. Jahrhundert von Nakamura Sakyodayu Yoshikuni gegründet. Mit seinem Umzug nach Miura in die Bizen-Präfektur änderte er auch seinen Namen in Miura Yoshin. Er lernte von seinem Vater das Jujutsu der Daiin Ryu, ein System, das von seinem Großvater Baba Mino no Kami Yorifusa begründet wurde. Miura war von Beruf Arzt und hatte hervorragende Kenntnisse in der Anatomie des Menschen. Er kombinierte die Techniken der Daiin Ryu mit seinem Wissen und begründete darauf seine Schule.

Yoshin Ryu (Akiyama), die „Weidenherz-Schule“ oder „Schule des Weiden-Geistes“, wurde von Akiyama Shirobei Yoshitoki, einem Arzt aus Nagasaki, gegründet. Es ist nicht bekannt wo oder wann Yoshitoki geboren wurde, auch nicht wann er seine Schule gründete. Laut dem Shinsen Bujutsu Ryusoroku lernte er von einem gewissen Bunkan in Higo Nagasaki 3 Torite-Techniken und 28 Kappo-Techniken und entwickelte später sein eigenes System. Eine andere Version findet sich im Tenjin Shinyo Ryu Taii Roku: Akiyama Shirobei war Kinderarzt und ging nach China um sein Wissen zu erweitern. Dort lernte er 3 Jujutsu-Techniken von einem Mann namens Haku Ten. Außerdem lernte er noch 3 Torite-Techniken und 28 Katsu-Techniken von Bunkan und entwickelte dann sein eigenes System. Eine dritte Variante der Gründunggeschichte verbindet beide Legenden. Woherauchimmer Akiyamas Inspiration stammte, sicher ist jedenfalls, dass ihm die Technikanzahl zu gering war und so begab er sich nach Tsukushi, wo er am Tenmangu-Schrein, in Meditation versunken, selber 303 Techniken entwickelte.

Charakteristisch für die Yoshin Ryu (Akiyama) ist der Gebrauch von Atemiwaza (Schlagtechniken auf Vitalpunkte) , Kansetsuwaza (Hebeltechniken) und Shimewaza (Würgetechniken). Die Schule weist jedoch keine chinesischen Einflüsse auf.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gründete Iso Mataemon (1787-1863) die bekannte Tenjin Shinyo Ryu. Dabei handelte es sich um eine Synthese der Yoshin-Tradition nach Akiyama und der Shinno Shindo Ryu. 124 Techniken und 28 Methoden der Wiederbelebung (Kappo) bilden das Curriculum der Schule. Die Adepten Mataemons waren bekannt für ihre kraftvollen Schläge und markanten Würgetechniken. Die Tenjin Shinyo Ryu war bemerkenswerterweise eine der wenigen Jujutsu-Traditionen, welche u.a. von Frauen geleitet wurden. Die erste war Miyamoto Tominosuke, eine Frau mit Männernamen. Nach ihrem Tod übernahm ihr Mann Miyamoto Hanzo das Dojo. Die zweite Frau, die Shihan der Tenjin Shinyo Ryu wurde, ist Tobari Kazu. Weitere wichtige Meister der Ryuha sind Kobuta Toshihiro (Menkyo Kaiden) und Shibata Koichi.

In der Edo-Periode gab es mehr als 700 Ryuha, die den Gebrauch von Nahkampf-Techniken in ihrem Curriculum beinhalteten. Ungefähr 179 Schulen davon bezeichneten sich selber als Jujutsu-ryu. Der Trend des Non-Realismus wurde in der Meiji-Ära (1868-1911) fokussiert und diente als Basis für die Entwicklung von Nahkampfmethoden mit überwiegend ästhetischem Inhalt, wie Judo und Aikido.