Nagamachi, Kanazawa 
Das Viertel der Samurai

 

Nagamachi
In der Stadt Kanazawa, Präfektur Ishikawa,  findet man heute noch eines der am besten erhaltenen Samurai-Viertel der Edo-Periode, das bis in unsere Zeit fast in seinem Originalzustand bewahrt wurde. Das Nagamachi (Langes Viertel) war früher eine Siedlung für Gefolgsleute des Maeda-Clans, der Herren von Kanazawa. 
Traditionell siedelten sich die Samurai in eigenen Vierteln rund um die neu gebauten Burgen ihrer Herren an und es entstanden die separaten Samuraimachi (Viertel der Gefolgsleute)

Enge Gassen...
Typisch für die Samurai-Viertel sind die engen Gassen und die abgrenzenden Mauern aus Stein und Lehmgeflecht, welche die einzelnen Gehöfte mit festen Toren abschließen. Außerhalb des Viertels umschließt der Ohno sho yosui - Kanal das Viertel wie ein Burggraben. Er spendet in Friedenszeiten Wasser für die Anwohner und ist erste Verteidigungsstellung im Krieg.  Im Ernstfall läßt sich solch ein Viertel wie eine "kleine Burg" verteidigen. 

Wohnsitze...
Die repräsentativen Torbauten des Viertels geben einen repräsentatives Beispiel der dahinter gelegenen Wohnsitze. Diese bestehen meist aus einem Haupthaus  sowie einem Garten. Das Haupthaus war in 2 Bereiche gegliedert; Vorderhaus für Gäste und repräsentative Zwecke und Hinterhaus als täglicher Lebensraum für die Familie. Das hier gezeigte Torhaus war Wohnsitz für die Dienerschaft.

Torhäuser...
Details zeigen die militärischen Bereiche des Torhauses. Schießscharten und sogenannte "Krieger-Fenster" erlauben die Übersicht auf die umliegenden Gassen sowie die Kontrolle über den Torbereich der Wohnsitze. Von hier konnte man mit Bögen oder Feuerwaffen die engen Gassen des Viertels unter Beschuß nehmen.

Ashigaru...
Ein Beispiel eines kleineren Tores. Im Nagamachi Viertel lebten vornehmlich Mittelklasse-Samurai mit einem Einkommen von 80 bis zu  2000 Koku Reis. Die ärmeren unter ihnen waren vor allem als Ashigaru angestellt und besserten ihren Lebensunterhalt in Friedenszeiten vor allem als Stofffärber auf (speziell in Kanazawa).

 

Fotos: Ulf Lehmann, Kanazawa © 2001