Ho jutsu
Historische Schießkunst

 

Die neue Waffe
Ende des 16. Jhdt. revolutionierte eine neue Waffe die Kriegsführung Japans - die Feuerwaffe.
Erstmals wurden größere Einheiten mit Luntenschloßgewehren ausgestattet, die für die elitären Reitereinheiten der Samurai eine ernste Gefahr darstellten.  

Tanegashima
Die Feuerwaffen Japans bezeichnete man als Teppo oder Tanegashima (nach ihrem ersten Fertigungsort). Luntenschloßgewehre wurden als Vorderlader erst mit Pulver, dann mit der Kugel geladen. Der Schuß wurde ausgelöst, indem man in einer Pfanne befindliches Pulver mittels einer glühenden Lunte zum Brennen brachte. Die Bilder zeigen den Ablauf vom Laden bis zum Schuß.

Teppo
Auf dem Schlachtfeld verschanzten sich die Schützen meist hinter mehreren Reihen aus stabilen Bambuszäunen, welche einen gewissen Schutz vor feindlicher Kavallerie boten. Geschossen wurde in Gruppen, welche in 2 bis 3 Reihen gestaffelt waren. So konnte immer eine Reihe schießen, während die nächste bereits wieder mit dem Nachladen der Gewehre begann.

Ho jutsu
Viele der Daimyo versuchten ihre Truppen mit Gewehren auszurüsten, was zur Gründung verschiedener neuer Schulen in der Kunst des Schießens (Ho jutsu) führte. Einige der bekanntesten Ryu sind die Seki ryu und die Morishige ryu. Sie lehrten Schießtechniken aus verschiedenen Positionen, bei Nacht, Regen etc.

Nagashino
Nach 1600 nahm man in Japan jedoch keine weiteren Entwicklungen der Schußwaffen vor. Auch vorher spielten sie nie die Rolle auf dem Schlachtfeld, wie etwa der Speer oder der Bogen. In der bekanntesten Schlacht, bei der Gewehre erstmals eine Rolle spielten, waren nur 3.000 von 30.000 beteiligten Kriegern mit dieser Waffe ausgerüstet (Nagashino, 1575). 

Ashigaru
Gewehrschützen gehörten allgemein den niedrigsten Rängen (Ashigaru) japanischer Heere an. Um eine ruhige Hand beim Schuß und mehr Komfort beim Laden zu gewährleisten erfolgte das Schießen meist aus dem Kniestand. Bei einem Durchbruch feindlicher Truppen mußte man auf den Nahkampf vorbereitet zu. Deshalb steckte der Schütze sein Schwert bereits griffbereit neben sich in den Boden.

 

Fotos: Dr.M. Kure