Sengaku-ji, 47 Ronin

Asano Naganori
Die Geschichte der 47 Ronin gilt in Japan als Musterbeispiel für Samurai-Loyalität und Gefolgstreue.
Als der Daimyo von Ako, Fürst Asano Naganori , durch einen adligen Mißgünstling, Kira Yoshinaka, am Hof des Shogun in Edo derart beleidigt wurde, daß dieser zum Schwert griff, beging er eine  tödliche Regelüberschreitung.
In Folge dessen wurde er durch Seppuku zum Tode verurteilt.

47 Ronin
Durch den Tod ihres Herren wurden die Samurai des Daimyo Asano herren- und mittellos - sie wurden Ronin. Ihre nächsten Jahre verbrachten sie in Armut und als Landstreicher, so daß man ihnen bald jeden kriegerischen Geist absprach und scheinbar keine Gefahr einer Rache an Kira bestand.

Kira Yoshinaka
Fast 2 Jahre (1702) nach dem Vorfall erstürmten sie jedoch das Anwesen Kiras in Edo und töteten den Schuldigen am Tod ihres Herren und sein Kopf wurde auf Asanos Grab als Opfergabe abgelegt. Sich zu dieser Tat öffentlich bekennend starben auch sie durch Seppuku und wurden neben Fürst Asano im Sengaku-ji beigesetzt. 

Sengak-uji - Sanmon / Haupttor
Im Süden Tokyos, dem ehemaligen Edo, liegt im Stadtteil Takanawa die buddhistische Tempelanlage Sengaku. Hier wurden die 47 Ronin und ihr Herr, Fürst Asano, beigesetzt. Der Tempels galt zu seiner Zeit als vom Clan Asano begünstigt. Warscheinlich wurde er nach seinem Freitod auch dort beerdigt.

Sengaku-ji - Hondo / Haupthalle
In einer Nebenanlage dieses Gebäudes findet man heute eine Ausstellung, in der angebliche Originalteile der 47 Ronin gezeigt werden, die diese zu ihrem Überfall auf das Haus von Kira trugen - Waffen, Rüstungen und Kleidung. Besonders beeindruckend sind ihre 47 hölzernen Statuen welche sehr individuell gestaltet sind und ein Abbild ihrer Originale sein sollen.

Sengaku-ji - Oishi Yoshio
Der Anführers der 47 Samurai - Oishi Yoshio. Nach 2 Jahren geheimer Planung und Vorbereitung befehligte er in der Nacht vom 14. zum 15. Dezember 1702 den Angriff auf Kiras Stützpunkt. Im Kampf mit Kiras Samurai verloren Oishis Gefolgsleute nur einen Mann. Kira, welcher zuerst durch Seppuku sterben sollte, wurde jedoch enthauptet, da die Gefahr eines Gegenangriffs bestand

Sengaku-ji - Kubi arai ido
Schädelbrunnen

Dieses einstige Wasserloch, was zur Bewässerung der Tempelanlagen genutzt wurde, diente dazu den Kopf Kiras vor seiner Präsentation und Opferung auf Fürst Asanos Grab von den Spuren des Kampfes zu säubern und zu waschen.

Sengaku-ji - Asanos Grab
Das Grab Asano Naganoris (1667 - 1701). Hier vollzogen seine Krieger ihre Rache an dem Höfling Kira, indem sie seinen abgetrennten Kopf vor dem Grab niederlegten und so die Ehre ihres Herren wieder herstellten.

Sengaku-ji - Oishi Grab
Das Grab des Oishi Yoshio. Er lebte nach Asanos Tod fast 2 Jahre verstellt als stadtbekannter Säufer um alle Verdächtigungen auf einen Racheakt zu zerstreuen. Er starb im Alter von 54 Jahren. Zum Zeitpunkt des Überfalls soll der Älteste der 47 Ronin 77 und der Jüngste 16 Jahre alt gewesen sein

Sengaku-ji - 47 Ronin-Gräber
Nach ihrem Freitod durch Seppuku, am 4. Februar 1703, wurden auch die Gefolgsleute Fürst Asanos im Sengaku-ji beigesetzt. Noch heute werden ihre Gräber gepflegt und man findet vor ihnen wenigstens etwas Räucherwerk, um die Seelen der Toten zu ehren.

 

Fotos: Ulf Lehmann / Tokyo 1999