Yagyu mura 
Die Heimat der Schwertmeister

 

Takisaka no michi
Unweit der alten Kaiserstadt Nara gelangt man über den 15 km langen Wanderweg Takisaka no michi in die östlichen Bergregionen zum Dorf Yagyu. Besonderheit des Weges sind die vielfältigen Jizo-Statuen, Schutzpatrone aller Wanderer und Pilgerer.

Yagyu mura
Yagyu mura ist ein kleiner Ort zwischen den Bergen Kasuga und Takamado. In historischen Zeiten war es der Herrensitz des Yagyu Clans von Owari, einer kleinen Adelsfamilie, welche mehrere der berühmtesten Schwertfechter Japans hervorbrachte.
Yagyu Sekishusai Muneyoshi (1527 - 1606)
Yagyu Tashima no Kami Munenori (1571 - 1646)
Yagyu Hyogo Nosuke Toshiyoshi (1579 - 1650)

Yagyu shinkage ryu
Yagyu Sekishusai Muneyoshi gilt als Gründer der nach ihm benannten Yagyu shinkage ryu - einer Schule, die sogar die Fechtlehrer des Shogun stellte und somit zu den einflußreichsten Schulen des Landes gehörte. Die Familie Yagyu unterhielt enge Beziehungen zum Zen-Buddhismus, was auch die Philosophie des Fechtstils prägte.

Itto seki
Über die berühmten Schwertkämpfer aus dem Hause Yagyu sind in der Region viele Legenden in Umlauf. Die bekannteste erzählt der Itto seki (Ein Schwerthieb Stein) - ein mächtiger Felsblock in den Wäldern nahe dem Dorf Yagyu mura. Er erinnert an Sekishusai, der ihn einst im Kampf mit einem Tengu versehentlich spaltete. 

Hotoku ji
Auf einem Hügel über dem Dorf Yagyu erhebt sich der Tempel Hotoku ji. Er wurde einst von Sekishusais Sohn Munenori, selbst ein großer Fechtmeister, zum Andenken an seinen Vater erbaut. Der Tempel ist seitdem Familienheiligtum der Familie. Er beherbergt heute zahlreiche historische Waffen und Zeugnisse der Yagyu shinkage ryu sowie Bildnisse von Munenori und dem berühmten Zen-Prister Takuan. 

Masakisaka dojo
Unterhalb des Hotoku ji liegt die Masakisaka Fechthalle, die einst vom Oberpriester des Tempels erbaut wurde. Die Halle ist noch heute in Betrieb, wobei hier vor allem modernes Kendo unterrichtet wird. Schwertfechten hat in Yagyu mura eine wirklich lange Tradition.

Yagyu 
Ein Stück hinter dem Tempel findet man den Familien-Friedhof des Yagyu Clans. Die letzte Ruhestätte Munenoris und der anderer Familienmitglieder ist heute Pilgerstätte für Anhänger der Yagyu shinkage ryu und Wallfahrtsort für  Schüler der alten Kriegskünste Japans.

 

Fotos: Ulf Lehmann, Yagyu © 2003